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Sphäre der Meditation

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Dieses Thema hat 227 Antworten
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 der freie Fall
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Rembrand Offline



Beiträge: 12.697

19.03.2009 15:32
#41 RE: Gerechtigkeit-Urteilen-Richten-Todesstrafe Zitat · Antworten


Wenn es radikal wird, scheue ich mich nicht auch radikal zu generalisieren oder wegzugehen.
Alles was pauschalisiert ... bzw. generalisiert wird, wird zu Killerphrasen, mit denen nicht mehr sachlich gesprochen werden kann.

Ja ... ich bin sehr für Opferhilfe. Ganz ganz früh an den "Wurm" zu kommen, nicht einfach auf vergessen zu setzen.
Betreuung und Unterstützung für alle die traumatisiert wurden.
Das vor allem frühzeitig!

Es zeigte sich und zeigt sich immer wieder, das aus den einst traumatisierten sich die "Monster" rekrutieren, die sich ihre Macht zurückgewinnen wollen in dem sie andere traumatisieren. Furchtbare Kreisläufe.
Ist es ein Monster geworden, wirkt sein "Reifungsprozess" wie eine senitmentale Rechtfertigung zum Vorwand für mildernde Umstände.
Frauen wie Männer, können zu solchen Monstern mutieren, die ein besonderes Lebensgefühl brauchen, danach süchtig sind, eine spezielle Hormondosis nach der sie süchtig sind und die sich nur unter speziellen Bedingungen erzeugen läßt.


Seltsames Heimweh was da befallen kann.
Nach hause zu wollen, und das Gefühl daheim zu sein, kann ganz schön unromantisch sein. Welche Hölle war denn da mit den gewalttätigen Vertrauenspersonen, denen gegenüber man sich auch noch schuldig fühlte.

Wie zieht man den Wurm aus den Monstern?
Wohl kaum mit der üblichen Sanktionsdrohung, um vor Unrecht einzuschüchtern. Eine Maßnahme die immer weniger "zieht" ... die Überbelegung der Gefängnisse resultiert nicht aus der Bevölkerungsexplosion. Die einschüchternden Unterdrückungsmaßnahmen, regiden Strukturen schützen nicht mehr. Etwas anderes muß da geschehen. Das läßt sich nicht mit Lynchjustizsüchtigen besprechen, dafür gibt es keinen Sinn, der wird abgesprochen und lächerlich gemacht.
Verletzungen hinter Gitter bringen, bewirkt keine Heilung.

Saraswati Offline




Beiträge: 4.864

19.03.2009 16:00
#42 RE: Gerechtigkeit-Urteilen-Richten-Todesstrafe Zitat · Antworten

Ja, Rembrand... ungeheilte Opfer, die Täter werden...
Sinngemäß hat mir erst kürzlich eine Klientin vermittelt:
Sie wäre genauso brutal wie ihre Vergewaltiger geworden,
wenn sie nicht von Anfang an ihren spirituellen Zugang gehabt hätte...

Saraswati

gaiamata Offline



Beiträge: 11

19.03.2009 16:49
#43 RE: Gerechtigkeit-Urteilen-Richten-Todesstrafe Zitat · Antworten

...mit der schuld leben ist, glaube ich, eine sehr große strafe und mehr sollten menschen menschen nicht antun. wegsperren, damit wir weniger angst um uns und unsere kinder haben müssen ist erleichternd im alltag, aber töten als strafe ist menschen nicht gemäß.

batglenn66 Offline




Beiträge: 476

19.03.2009 16:50
#44 RE: Gerechtigkeit-Urteilen-Richten-Todesstrafe Zitat · Antworten

In Antwort auf:
aber töten als strafe ist menschen nicht gemäß

genau!

************ ********** **

om koro koro sendari matogi sowaka

Gwendolina ( gelöscht )
Beiträge:

19.03.2009 17:12
#45 RE: Gerechtigkeit-Urteilen-Richten-Todesstrafe Zitat · Antworten
Heute aus der hiesigen Regionalzeitung:
Die Gerichtspsychiaterin trägt aus dem Gutachten vor:


Die Urachen für F. gestörte Triebwelt sieht die Psychiaterin vor allen im seiner Kindheit.
Seine Mutter habe ihn nur deswegen zur Welt gebracht, um ihrem Ex-Partner zu beweisen,
dass sie doch nicht zeugungsunfähig sei.
Er war ein "Beweis-Kind", aber das war auch schon seine einzige Daseinsberechtigung.
Im Kindesalter habe er an einer Vorhautverengung gelitten und zwei Tage lang Schmerzen gehabt.
Die Mutter (auch sie hatte einen sehr gewaltbereiten Vater) habe aber trotz der Schreie keinen Arzt geholt.
Sie, die Mutter von F., hat ihn geschlagen, bis er blutend am Boden lag.
F. sei ein sozialer Analphabet, dem nicht die gleiche Palette an Emotionen
zur Verfügung steht wie einem Durchschnittsmenschen.
Er habe nur Gefühle der Angst und der Ungewissheit kennengelernt.
In der Pubertät habe er begonnen, seine OHnmacht in sexuelle Bedürfnisse
nach Beherrschung und Dominanz umzuwandeln.
Er nimmt selbst wahr, das er ein böse Seite hat und dass er zum Vergewaltiger geboren ist.

Saraswati Offline




Beiträge: 4.864

19.03.2009 23:10
#46 RE: Gerechtigkeit-Urteilen-Richten-Todesstrafe Zitat · Antworten

Entschärft mich
Wenn ich eine Bombe wäre,
jederzeit bereit zu explodieren,
wenn ich zu einer Gefahr
für euer Leben geworden bin,
dann müsst ihr euch um mich kümmern.
Ihr glaubt, ihr könntet mir entfliehen,
aber wie?
Ich bin hier, mitten unter euch.
(Ihr könnt mich nicht aus euerm Leben entfernen.)
Und jederzeit
könnte ich explodieren.
Ich brauche eure Zuwendung.
Ich brauche eure Zeit.
Ich brauche euch, damit ihr mich entschärft.
Ihr seid für mich verantwortlich,
denn ihr habt gelobt (und ich habe es gehört),
zu lieben und Sorge zu tragen.

Ich weiß, dass ihr viel Geduld braucht,
wenn ihr euch um mich kümmern wollt,
viel Besonnenheit.
Ich merke, dass auch in euch eine Bombe tickt,
die es zu entschärfen gilt.
Warum also helfen wir einander nicht?

Ich brauche es, dass ihr mir zuhört.
Niemand hat mir je zugehört.
Niemand versteht mein Leid,
auch die nicht, die sagen, sie liebten mich.
Die Qual in meinem Innern
erstickt mich.
Sie ist das TNT,
aus dem die Bombe besteht.
Es gibt sonst niemand
der mir zuhören will.
Deshalb brauche ich euch.
Ihr aber scheint euch mir zu entziehen.
Ihr wollt euch retten, Sicherheit finden,
diese Art von Sicherheit, die es nicht gibt.

Ich habe meine eigene Bombe nicht geschaffen.
Ihr seid es.
Die Gesellschaft ist es.
Es ist die Familie.
Es ist die Schule.
Es ist die Tradition.
Macht also bitte nicht mich dafür verantwortlich.
Kommt und helft;
tut ihr das nicht, werde ich explodieren.
Das ist keine Drohung. Es ist ein Hilferuf.
Ich werde euch auch zur Seite stehen,
wenn ihr so weit seid.

Tich Nhat Hanh

Saraswati

Rembrand Offline



Beiträge: 12.697

20.03.2009 08:52
#47 RE: Gerechtigkeit-Urteilen-Richten-Todesstrafe Zitat · Antworten


Um den Befürwortern der Todesstrafe gerecht zu werden, wäre es doch effozienter, aufgespürte Opfer umgehend zu exekutieren, da sie entsprechend traumatisiert sind, und potenziell die Gewaltätigkeiten zeitversetzt weiter geben werden.
Auf diese Weise erspart man sich die Gelder für Sozialarbeit, Therapie, Gefängnis, Psychiatrie, Polizeiaktionen und Verwaltungsaufwändungen.

Rembrand Offline



Beiträge: 12.697

20.03.2009 09:05
#48 RE: Gerechtigkeit-Urteilen-Richten-Todesstrafe Zitat · Antworten


Nach immer wieder wiederkehrenden Schuldgefühlen süchtig sein.
Etwas gemacht oder nicht gemacht und dafür Schuldgefühle empfinden, das besondere Sahnehäubchen entsteht durch das Unterdrücken bzw. verdrängen wollen dieser Gefühle.
Ein Hormonchemischer Cocktail der im Körpereigenensystem aktiviert wird und ein gewohntes oder altbekanntes Lebensgefühl entstehen läßt. Auch das kann "heimisch" sein. Ein "Gefühl" der "Sicherheit" entstehen lassen. Das neurotische Ritual. Dabei mit sich selber beschäftigt sein, in der eigenen Gedankenwelt, beschäftigt sein mit sich und getrennt sein von der "Unschuld" der Anderen. Aussätzig ... hoffentlich sieht es keiner. Ganz N O R M al sein, unauffällig.

Und wie schön ist es ... "Absolution" zu erhalten. Mindestens drei Zehnägelzählen und ein Gänseblümchen pflücken, statt rupfen.

Ein befreites Gefühl.



Doch dann ... erst weit entfernt ... undeutlich ...
Ihr naht Euch wieder schwankende gestalten ... ... sie brauchen Futter ... sie brauchen wieder ihren Hormonchemischen Cocktail ... in immer kürzeren Abständen und immer intensiver.

Rembrand Offline



Beiträge: 12.697

20.03.2009 09:15
#49 RE: Gerechtigkeit-Urteilen-Richten-Todesstrafe Zitat · Antworten

Eigentlich banal. Geschieht im Moment an so vielen Orten dieser Welt und geschah schon soooo oft. Greul ... Greultaten.
Das Gehirn kann zwischen Realtität und innerer Vorstellung nicht unterscheiden. So funktionieren geführte Meditationen, aber auch Computerspiele, und gefühlsstarke Spielfilme oder Talkshows im Fernsehen.
In Träumen wird einiges zurecht gerückt ... aber der Input ist unaufhörlich.

Im Krieg geschieht sowas nun mal ... ob Bosnien, Gaza, Bangladesh ... etc.
Es hat allerdings so und so viel Generationen Wirkung. Wird weiter erzählt ... bekommt eine Antwort. Wenn man Menschen oft genug das Dach über den Kopf wegbombt oder versucht in die Steinzeit zurückzubomben ... werden sie selber zu Bomben, Helden mit Dynamitgürteln ...


Israelische Medien berichteten am Donnerstag, die Soldaten hätten entsprechende Zeugenaussagen im vergangenen Monat während einer Versammlung an einer Militärakademie gemacht. Sie erzählten von sehr lockeren Dienstvorschriften, was das Schießen auf Zivilisten betraf. Die Aussagen wurden in dieser Woche in einem Informationsblatt für Absolventen der Akademie veröffentlicht. Die Armee kündigte eine Untersuchung der Berichte an.

Einer der Kommandeure erzählte etwa von einer Anweisung, eine ältere Palästinenserin zu erschießen, die in etwa 100 Meter Entfernung von einer israelischen Stellung auf der Straße ging. Er sprach dabei von «kaltblütigem Mord». Ein anderer Kommandeur berichtete, wie ein Scharfschütze eine Mutter und ihre zwei Kinder erschoss, weil sie versehentlich eine falsche Straßenabbiegung nahmen. «Ich glaube nicht, dass er sich besonders schlecht fühlte, weil er aus seiner Sicht nur nach seinen Vorschriften handelte.»

Insgesamt habe der Eindruck vorgeherrscht, «dass das Leben von Palästinensern sehr, sehr viel weniger wichtig ist als das Leben unserer Soldaten», sagte er. Beim Stürmen von Häusern, in denen sich Zivilisten aufhielten, hätten Soldaten häufig wahllos und ohne Vorwarnung um sich geschossen. «Die Vorgesetzten sagten uns, dies sei in Ordnung, weil jeder, der dageblieben ist, ein Terrorist ist», erzählte einer der Soldaten. «Ich habe das nicht verstanden - wohin hätten sie denn fliehen sollen?» Andere Soldaten hätten ihm gesagt, man müsste alle töten, «weil jeder Mensch in Gaza ein Terrorist ist».

Viele Soldaten hätten auch mutwillig den Besitz palästinensischer Familien zerstört, «weil es ihnen Spaß macht». «Wir können sagen, sooft wir wollen, dass die israelische Armee moralisch überlegen ist, aber im Feld ist das einfach nicht so.»

Der Leiter der Akademie, Danny Samir, sagte über die Aussagen während der Versammlung: «Für uns war das ein totaler Schock.» Die israelische Organisation Rabbiner für Menschenrechte nannte die Vorfälle einen «moralischen Tsunami» und rief zur nationalen Trauer und Buße auf.

Die israelische Armee teilte am Donnerstag mit, der Militär- Generalanwalt, Avichai Mendelblit, habe eine Untersuchung der Vorwürfe durch die Militärpolizei angeordnet. Man werde «die Ereignisse prüfen, die während der Versammlung beschrieben wurden».

Während der dreiwöchigen israelischen Militäroffensive im Gazastreifen zum Jahreswechsel wurden nach Angaben der palästinensischen Menschenrechtsorganisation PCHR insgesamt 1434 Palästinenser getötet und weitere 5303 verletzt. Unter den Todesopfern seien 960 Zivilisten, teilte die Organisation vor einer Woche zum Abschluss einer Untersuchung in Gaza mit. Israel wollte mit dem Einsatz den Raketenbeschuss israelischer Ortschaften durch militante Palästinenser aus dem Gazastreifen unterbinden. Die Angriffe gehen jedoch weiter.


© DPA

DieWölfin ( gelöscht )
Beiträge:

20.03.2009 10:07
#50 RE: Gerechtigkeit-Urteilen-Richten-Todesstrafe Zitat · Antworten

Hallo Rembrand...
Ich habe da ein paar Fragen zu deinen Aussagen:
Ich fragte:

In Antwort auf:
würde ich gerne noch die Frage in den Raum stellen,
wie denn eine sinnvolle Alternative zur Todesstrafe aussehen könnte????

Deine Antwort:
In Antwort auf:
Das läßt sich nicht mit Lynchjustizsüchtigen besprechen, dafür gibt es keinen Sinn, der wird abgesprochen und lächerlich gemacht.
Verletzungen hinter Gitter bringen, bewirkt keine Heilung.

1. Frage: Wen bezeichnest du als Lynchjustizsüchtigen?
2. Frage: Wie sähe für dich eine Alternative zu Gittern aus?
3. Frage: Was ist mit denen, die definitiv nicht "heilbar" sind? Oder glaubst du, JEDER wäre heilbar?

Und was soll das hier?
In Antwort auf:
Um den Befürwortern der Todesstrafe gerecht zu werden, wäre es doch effozienter, aufgespürte Opfer umgehend zu exekutieren, da sie entsprechend traumatisiert sind, und potenziell die Gewaltätigkeiten zeitversetzt weiter geben werden.
Auf diese Weise erspart man sich die Gelder für Sozialarbeit, Therapie, Gefängnis, Psychiatrie, Polizeiaktionen und Verwaltungsaufwändungen.


Ich kapiere zwar den Sarkasmus,
aber nicht, was du damit nun genau sagen willst...

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